I'm going to re:publica. The ticket requires this advertisement. :-)


Archive for March, 2006


today, 5 years ago, my father died.

March 16th, 2006 in My Life |

A year consists out of 365 days. If I were to say what I’ve been doing,
142 days ago, I couldn’t say. Our memory doesn’t save detailed
chronological data but mere events or experiences. But if I were to say
what I did on the 16th of March 2001, I could explain it in such a
great depth of detail that it would feel as close as yesterday.
On that day, suddenly and out of nowhere, my dad died due to a heart-attack.
I still can smell the fresh taste of the arriving spring in the air, I
still can see the medics standing in our house, I still can hear my
crying mom lying on the couch having been given drugs so she could
relax.

Abrupt incidents, especially if around the topic of death and disease,
hit extraordinary hard; there’s no time to get used to the situation,
there’s no time to say goodbye, there’s no time to ask those questions
one can never ask again, there’s no time to process the incidents.
And thus, there was no time.
When I reached home I was left with the dead body of my father; I
talked to him, I kissed him, I cried, I hoped he would all of a sudden
open his eyes again, coming back to life, I thought I’d feel his
presence. But in the end I was all alone, confused, broken and hopeless.
There are so many things I’d like to ask my dad now.
There are so many things I’d like to tell my dad now.
There are so many things I’d like to do with my dad now.
And yes, if I see other people of my age go to an event with their
dads, or getting help from their dads, or just talking about their
family, I can’t but feel a bit envious.

The times after fathers death were quite tough, I fell into a box of
cold water and had to mature as fast as possible; suddenly being left
alone with my mom and my grandma, I needed to take care of all these
tasks which were previously fathers tasks. Those days were so tough and
busy that I had to lock my sadness inside, keep it calm until I would
find the free time I needed to process them.
But this free time never came. And during the first 4 years, I wasn’t
able to process these inputs, I could never really sorrow after my dad.

Now, 5 years later, I miss my dad, I feel that there is so much I could
have gained from him. But this void in me needs to stay, reminiscenting
me of him. However, I can talk about it now. I can write on this blog
about it now. I can accept the situation now. Buddha said that ‘Life is
Pain’, and maybe he is right in that pain is a vital part of our
existence. I think I understood.
With the advent of the fifth year of his death, I also arrived at a
point in my life which calls for changes. In the coming months, the
life which I lived during the past 5 years, will change. Quite. I’m
looking forward to this. I am to close a chapter.

In germany it’s common to write a special phrase onto a card which is
then being handed out to every visitor of the funeral. One usually
tries to find a phrase which is religious and/or fits the
situation/lost one very well.
We wrote the following lines onto my dad’s funeral-card:

“No one is finally dead until the ripples they cause in the world die
away – until the clock he wound up winds down, until the wine he made
has finished it’s ferment, until the crop they planted is harvested.
The span of someone’s life, is only the core of their actual existence”

And thus, although my dad died, he continues to exist – through his lifework, through memories, and – through me.

5 Comments »

Partyreste

March 12th, 2006 in Writing |

Vor nicht allzu langer Zeit, beim Besuch eines Familienfestes im engeren Kreise, geschah es, dass das Gespräch sich hin zum nostalgischen wendete. Nostalgie ist eine Leidenschaft, fehlende Perspektive und reich verteilte reaktionäre Züge machen Gegenwart und Zukunft zum Ungewissen dem man sich nur vorsichtig nähert, die Vergangenheit dagegen hat ihre Maske des unbekannten schon verloren, selektive Wahrnehmung hat auch nur ihre besseren Ereignisse im Langzeitgedächtnis aufbewahrt und damit wird sie zum gutherzigen Freund, dem man sich mit einem Lächeln nähert. So tauchte das Gespräch also ab in die notorischen Gefilde humanistischer Vergangenheitsbewältigung durch Repetierung des ewiggleichen: Ziel der Odysee war diesmal Gerd, Bruder meines Großvaters, als Knecht auf dem Bauernhof großgeworden und, Zwangs fehlender Maid, auch altgeworden bis er vor nicht all langer Zeit starb.

Gerd war ein Genußraucher, d.h. er rauchte selten eine Zigarre, aber wenn so genoß er jeden Zug. Jemand erinnerte sich wie Gerd selbst den letzten Stummel einer Zigarre auf ein Streichholz propfte um auch diesen Rest nicht zu vergeuden, und der minimale Rest der dann letztlich noch übrigblieb wurde als Pfeifentabak verwendet – um die Verschwendung möglichst gering zu halten. Das war aus damaliger Sicht natürlich eine nachvollziehbare Verhaltensweise:
Das Nachkriegsdeutschland war zerstört, heruntergewirtschaftet, im Elend. Wenige hätten vermutlich damals geahnt dass die Zukunft – sicherlich vor allem dank des Marshall-Plans – dem Land einen solchen wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg vergönnen würde, denn die Vorraussetzungen waren alles andere als Vorteilhaft; wenig Nahrung, wenig Geld, wenig Arbeit, wenig Mut, und genau daher genoß Gerd auch seinen Zigarrenstummel: Er wußte nicht wann er die nächste Zigarre genießen würde können.

Zu diesem Zeitpunkt schaute ich mich im Raum um. Wir saßen mit etwa 10 Personen um einen reichhaltig gefüllten Tisch. Da sammelten sich mehrere halbvolle Chipstüten, ein erweitertes Repertoire an unterschiedlich leeren Bierflaschen, verschiedenste Alkoholdrinks und ein Sammelsorium an benutzten Gläsern (genauer gesagt: Die Anzahl der benutzten Gläser für n Teilnehmer ist immer n+n/log(n)). Beim überblicken dieses Eindrucks einer gesunden Party kam mir das gegenteilige Verhalten Gerd’s mit seiner Zigarre in den Kopf:
Die Masse der übriggebliebenen Nahrungsreste einer Veranstaltung ist ein direkter Indikator für das Verschwendungsverhalten/Wohlbefinden einer Gruppe/Gesellschaft.

Dieser Kausale Zusammenhang sollte relativ klar sein: Ein hungriger Tourist wird am Fuße des Nanga Parbat gierig die gerade gekaufte Pizza verspeisen und vermutlich das kleinste bisschen Rand mit-essen, während selbiger Tourist nach einem gedehnten Pasta-Mahl eine Pizza verschmähen würde: Er fühlt sich ja schon wohl. Eigentlich würde er gar keine bestellen, er ist ja schon satt, aber würde er, noch im Hunger, 4 Stück bestellen so könnten wir Schlussfolgern dass er unter Verschwendungssucht leidet (oder ein gestörtes Realitätsempfinden besitzt).

Wenn das Verschwendungsverhalten einer Gesellschaft uns Ausschluss über ihr Wohlbefinden gibt, welche weiteren Werte können wir dann hier vielleicht noch ablesen? Könnte es sein dass die Partyreste für uns ein Indikator der Motivation/Produktivität einer Gruppe sind? Gerd’s Generation war unglaublich motiviert, nur so konnten Sie das Wirtschaftswunder auf die Beine stellen und den Staat errichten dessen Nutznießer wir noch heute sind. Um diese Frage zu beantworten müssen wir schauen welche Aussagen wir aus den bisherigen Erkenntnissen ableiten können:

Wohlbefinden impliziert einen Zustand der Gleichgültigkeit da keine weitere Mühe aufgebracht werden muss um Wohlbefinden zu erreichen,  man hat es ja schon erreicht. Das erreichen des Zieles negiert selbiges auch gleich, und führt uns in einen Zustand der Orientierrungslosigkeit.

Verschwendungsverhalten ist Anzeichen eines Überflußes, wobei dieser nicht materieller Natur sein muss sondern von uns auf die Materielle Welt projeziert werden kann um innere Überflüsse auszugleichen: ein Zuviel an Langeweile führt zu einem Überfluß an Konsumverhalten – auch wenn der Geldbeutel dem nicht nachkommen kann.

Also sind Partyreste ein Hinweis darauf dass die verantwortliche Gruppe an Überfluß leidet, Gleichgültig ist, Wohlbefinden verspürt und orientierungslos ist.

Ein wesentlicher Faktor für erfolgsorientierte Eigenmotivation ist das vorhandensein realistischer Ziele. Erfolgreiche Menschen planen ihr Leben in einer vielzahl von Zielen, vom kleinen Ziel – morgens rechtzeitig zur Arbeit erscheinen -, über das Jahresziel – Befördert werden -, bis zum Lebensziel – ein Haus an der amerikanischen Westküste, so gibt es immer einen neuen Schritt für den man wieder Motivation benötigt. Orientierungslosigkeit ist hier wie Gift für die Motivation; das Fehlen von Zielen sorgt dafür, dass man sich nicht motivieren kann, und die Gleichgültigkeit sorgt dafür, dass man sich keine neuen Ziele setzt.

Produktivität wiederum ist ein Zustand der aus dem Begehren geweckt wird. Der Bauer ist produktiv da er eine große Ernte begehrt, der Designer ist Produktiv da er einen großen Auftrag begehrt, und der Büroangestellte ist produktiv da er Urlaub begehrt. Befindet man aber nun, wenn auch nur mental/psychisch, in einem Gefühl des Überflusses schwebt, so kann Begehren nicht in gleichem Maße aufgebracht werden, und damit sinkt die Produktivität.

Unter anbetracht der obig dargestellten Zusammenhänge könnte man also nun eine kausale Interaktion von Partyresten und Motivation/Produktivität vermuten. Dies würde bedeuten dass man Anhand des Pro/Kopf generierten Biomülls ermitteln könnte wie motiviert oder produktiv eine Volkswirtschaft ist. Auch innerhalb von mittelgroßen Firmen mit Kantine oder auf Lokal/Kommunal-Ebene ließe sich so die Motivation der beteiligten Personen messen. Natürlich muss man, um realistische Werte zu haben, die Zahlen in Verbindung mit dem Pro/Kopf einkommen und dem sog. volkswirtschaftlichen Warenkorb/Index sehen, doch noch ist diese Behauptung wertlos, denn ohne statistische oder experimentelle Werte/Rückhalt läßt sich diese Behauptung lediglich postulieren. Interessant wäre zu schauen wie sich die Relation von verursachtem Biomüll zu Bruttosozialprodukt einer Kommune verhält oder wie die Pro/Kopf Müllproduktion, im Rahmen des verfügbaren Lebensmittelangebots, 1940 und 1990 aussah. Auch viele weitere Statistiken könnten hier von interesse sein.

Dennoch läßt sich festhalten daß, wenn man das nächste mal, nach einer wirklich wilden Hausparty, beim aufräumen feststellt dass man von den Resten 30 Tage überleben könnte, man sich lächelnde Gedanken über fehldende Motivation und Produktivität der Teilnehmer machen kann – um letztlich vermutlich komplett falsch zu liegen.

4 Comments »

supersede yourself to recompense a loss

March 4th, 2006 in My Life |

“The extreme parts of time extremely forms
All causes to the purpose of his speed,
And often at his very loose decides
That which long process could not arbitrate:
And though the mourning brow of progeny
Forbid the smiling courtesy of love (William Shakespeare)”

It has almost become a tradition for me to unveil emotional problems here, without talking about the problem itself. The anonymity of the internet allows to lament and to articulate in detail – without revealing those details.

Many natural processes contain so-called ‘boundary’ or ‘extreme’ values which define a point after which the influencing effect will grow into the opposite direction; Mathematicans know about this as broken rational functions. A magnet that rejects another magnet will embrace it if enough pressure is applied.

I’m similar. A recent talk with Raphael let me realize that I tend to not let someone near me in a casual relationship. I am a fragile person, someone who knows about this topic can find many hints which lead to the conclusion that I lack self-esteem. In order to not break the little I have, I hide myself behind a wall of arrogance, ludicrousity and let noone find the real me.
But if someone manages to break this ‘boundary’, overcome my wall, then my repellingness will turn into the opposite direction, will become a strong force pulling all my emotions out of me.

Now I let someone behind my wall.
Let someone into the me, let her find me, told her things I told nobody, let myself in onto a adventurous road I’d not often seen before. I feld luck, I felt contentedness.

That’s why it hurt so bad when everything failed.
I’m not to ask questions, I’m to readjust myself so I can find enough strength to overcome the next weeks at work, which will be very stressfull and exhausting.
I need to dump myself now. I need to find that which is me, release it again, free it from the remnants of love which poison it so bad, and then pull myself in again.

I fear this incidend only makes it even more difficult for me to open myself to new ’someone’s again, even more fearing the cause and effect of a dysfunctional relationship. But maybe the dim light of friendship that left can help me endure this burden. And as I already wrote in a previous post: “But the memory of them sunny times will shine forever”.

3 Comments »